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Fettexplosion
Unsere 2-Tageausbildung beinhaltet einen theoretischen Teil mit 4 Stunden und am Folgetag eine ganztägige praktische Ausbildung.

Am ersten Tag gib es Theorie, die sich in folgende Bereiche gliedert:

1. Taktisches Vorgehen beim Innenangriff, Kennzeichnung von Räumen, Suchsystematik, PA-Notfall,
2. WBK, Wärmestrahlung, Spektrum, Grenzen der WBK mit praktischer Übung
3. Flash Over, Backdraft, Grundlagen, Thermisches Gleichgewicht, Brandverlauf, Rauchlesen, FO mit und ohne Druckanstieg etc.,
4. Brandbekämpfung und Physik der Brandbekämpfung, Wasser- zu Dampf-Relation (je nach Temperatur) und Schutzkleidung, offensiver/defensiver Löschangriff, Löscheffekte, Strahlrohre, standardisiertes Öffnen einer Türe, Flash Over Prävention, Brandrauchkühlung, Impulslöschverfahren, schwedisches Löschverfahren, Fognail-Technik
5. Suchen und Retten
6. Taktische Belüftung und Rescue Ventilation

Der Einstieg zum Lehrgang ist aber immer eine Grundlegende Einweisung zum Thema: ab wann PA (Rauchgrenze etc.), wer PA, Führungskräfte mit/ohne PA und Messtechnik an der Brandstelle. Hier wird das 4-Gas-Messgerät erklärt (Siegrist), das im Einsatz ständig CO-Werte kontrolliert.

Wenn das überwunden ist, dann geht es am nächsten Tag zum Einsatz. Es gibt 2 Durchgänge Vormittag und 2 Nachmittag. Das Szenario ist realistisch, also kein Feuer, das plötzlich den Rückzug erschwert. In der Regel wird in Zugstärke geübt und somit auch Anleiterbereitschaft etc. gefordert. Es ist also nicht nur die Mannschaft gefordert, sondern im gleichen Maße auch das Führungspersonal. Es geht um Erkunden, Beobachten und Entscheiden, wie in der Realität…und oft hat es sich schon gelohnt um das Gebäude zu gehen.
Unsere Absicherung (das Feuer lässt sich ja nicht einfach abschalten) 1 Trupp im Brandraum (unsere Heizer), 1 Trupp zur Begleitung (Sicherungstrupp) mit WBK und 4-Gasmessgerät (WBK mit Aufzeichnung und Realbildkamera), 1 Trupp zur Dokumentation (Rettungstrupp) und als zusätzlicher Rettungstrupp (2 Rettungsassistenten, AED, Rettungsrucksack).
Die Ausbildung, die wir bieten ist (so wird das derzeit mit einer bayerischen Feuerwehrschule im Auftrag des Innenministeriums geplant) ist die Stufe 5 (nach Grundausbildung Atemschutz, Kriechstrecke, Gascontainer, feststoffbefeuerter Container). Obwohl (oder gerade weil) wir hier voll ausgebildete Feuerwehrkollegen haben und obwohl wir immer darauf hinweisen, dass Rückzug keine Schwäche ist haben wir es noch nie erlebt, dass jemand freiwillig zurückgeht. Das ist die Aufgabe des Sicherungstrupps die Kollegen zu beobachten und bei den typischen Anzeichen den Trupp zurückzuführen. Die Entscheidung liegt dann bei uns!


Am 24.04.2010 um 15:40:16 Uhr von Wolfram Höfler
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